Die meisten Markenprobleme entstehen nicht durch einzelne Kampagnen, schwache Claims oder unklare Benefits. Sie entstehen durch fehlende Markenarchitektur. In vielen Unternehmen hat sich über Jahre ein undurchsichtiges Geflecht aus Submarken, Produktlinien, Initiativen und Kommunikationssträngen gebildet. Jede Einheit kommuniziert ein wenig anders – manchmal sogar gegeneinander. Das Ergebnis: Zerstreuung statt Wirkung. Genau deshalb wird Markenarchitektur zu einer der wichtigsten Führungsaufgaben moderner Markenführung.
„Eindeutige, klare Markenstrukturen sind heute entscheidend.“
Eine konsistente Markenarchitektur sorgt für Orientierung: für Kund:innen, für Mitarbeiter:innen und für die Organisation als Ganzes. Drei Gründe, warum Markenarchitektur so relevant ist:
Klarheit schafft Kaufentscheidungen
Menschen entscheiden schneller, wenn sie verstehen, wie Angebote zusammenhängen. Verwirrende Markenportfolios verlängern Kaufprozesse und schwächen Vertrauen.
Synergien statt interner Konkurrenz
Wenn Submarken und Produktlinien nicht miteinander abgestimmt sind, entstehen parallele Botschaften, Budget-Silos und ineffiziente Mediainvestitionen. Eine klare Markenarchitektur kanalisiert Energie statt sie zu zerstreuen.
Effizienz in Zeiten begrenzter Ressourcen
Jede Marke, jede Kampagne, jede Positionierung kostet Geld. Doppelinvestitionen entstehen vor allem dann, wenn die Struktur fehlt, die klar regelt: Was kommunizieren wir zentral? Was dezentral? Und wo zahlt was auf die Dachmarke ein?
Gesplittete Identitäten sind ein häufiger und teurer Fallstrick. Sie entstehen, wenn Submarken eigene Looks, eigene Claims, eigene Strategien und eigene Markenbilder entwickeln. Das führt zu:
– Kannibalisierung innerhalb des Portfolios
– Verwirrung bei Zielgruppen
– Verlust von Differenzierung
– Erhöhten Kosten durch parallele Kommunikation
– Schwacher Dachmarkenwirkung, weil die Kraft fragmentiert statt gebündelt wird
Oder ganz knapp: Je mehr Uneinheitlichkeit, desto weniger Schlagkraft.
Der entscheidende Hebel liegt nicht in der Anzahl der Marken – sondern im Zusammenspiel. Starke Markenarchitektur bedeutet:
Eine klare Rolle für jede Marke im Portfolio
Masterbrand, Endorser, Hybrid, House of Brands – entscheidend ist die bewusste Wahl, nicht das Modell.
Ein gemeinsames Werte- und Haltungssystem
Auch wenn Tonalität oder Zielgruppen variieren, müssen die Marken auf einer tieferen Ebene dieselbe Richtung vertreten.
Leitplanken für visuelle und inhaltliche Konsistenz
Freiheit dort, wo es die Submarke braucht. Konsistenz dort, wo es die Dachmarke verlangt.
Gemeinsame Ressourcen statt doppelte Budgets
Produktion, Kampagnenentwicklung, Toolkits, Medienstrategie: Synergien entstehen überall dort, wo Teams und Budgets zusammengeführt werden.
Unternehmen, die ihre Markenarchitektur aktiv gestalten, gewinnen:
– Effizienz in der Kommunikation
– Differenzierung im Wettbewerb
– Relevanz für alle Zielgruppen
– Klarheit für Kund:innen und Mitarbeitende
– Wachstum, das nicht mehr vom Zufall abhängt
Eine starke Dachmarke schafft Orientierung. Und Orientierung schafft Wert.
Gerd Kaspar ist seit vielen Jahren Geschäftsführer und Kreativdirektor der Agentur und prägt ihre konzeptionelle und textliche Handschrift. Sein Schwerpunkt liegt auf Ideenentwicklung, Markenführung und der Übersetzung komplexer Themen in klare kreative Systeme. In einer Zeit, in der KI zentrale Kreativprozesse verändert, erweitert er seine Perspektiven und untersucht, wie Marken unter neuen technologischen Bedingungen kulturell relevant bleiben.
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