Silver Marketing trifft Gen Z: Wie Marken den Spagat schaffen.

Wenn man heute über Zielgruppen spricht, wird oft so getan, als stünden zwei Welten unüberbrückbar gegenüber: die Digital Natives und die Silver Generation. TikTok vs. Tageszeitung. Memes vs. Mailings. Emotional Branding vs. Nutzwertkommunikation. Doch diese Gegenüberstellung greift zu kurz. Nicht nur, weil sie Klischees reproduziert, sondern weil sie die strategische Frage verfehlt. Die wahre Herausforderung ist nicht die Differenz zwischen Generationen. Sondern die Fähigkeit einer Marke, ihre Haltung für unterschiedliche Altersgruppen verständlich zu machen.


„Generationen sind keine Gegensätze!“



Sicher, die Gen Z wächst mit anderen Plattformen, Referenzen und Medienformaten auf als die Generation 60+. Aber wenn man tiefer schaut, entdeckt man überraschende Parallelen:

  • Beide erwarten Echtheit statt Marketingfloskeln.
  • Beide reagieren allergisch auf Greenwashing.
  • Beide wollen Respekt, nicht Herablassung.
  • Beide bevorzugen klare Werte, die sich nicht je nach Anlass ändern.

Die Unterschiede liegen also weniger in der Haltung, sondern in der Art der Ansprache.

Markenführung für alle Generationen: Was wirklich zählt

Starke Marken definieren sich nicht durch altersbezogene Kampagnen, sondern durch haltungsgetriebene Kontinuität:
Haltung, die für alle verständlich ist
Eine Marke braucht ein Wertefundament, das nicht nur für junge oder ältere Zielgruppen gilt, sondern universell wirkt. Eine Haltung, die konsistent bleibt – egal ob auf TikTok oder im Newsletter.
Übersetzungsfähigkeit statt Spagat
Der Kern bleibt gleich, die Sprache variiert. Gen Z will Dialog und Beteiligung. Die 60+-Generation erwartet Orientierung und Klarheit. Beide Zielgruppen lassen sich ansprechen – wenn die Marke ihre Botschaft in ihre jeweilige Kultur übersetzt.
Empathie schlägt Altersklischee
Menschen ab 60 sind nicht per se offline. Gen Z ist nicht automatisch markenuntreu. Erfolgreiche Marken arbeiten mit Verstehen statt Vereinfachen.
Konsistenz über Kanäle hinweg
Je unterschiedlicher die Touchpoints, desto wichtiger die innere Markenlogik: eine einheitliche Haltung, anpassbare Tonalität, klare Werte.

Haltung als Brücke zwischen Generationen

Marken, die nur für Gen Z relevant sein wollen, haben ein Wachstumsproblem. Marken, die nur Silver Marketing betreiben, haben ein Zukunftsproblem. Die Lösung liegt im Dazwischen:
Eine Haltung, die breit verstanden wird und tief wirkt. Nicht jede Generation muss gleich angesprochen werden. Aber jede Generation muss verstehen, wofür die Marke steht.

Fazit: Erfolgreiche Marken führen nicht Zielgruppen. Sie führen Werte.

Zwischen Silver Marketing und Gen Z liegen keine Welten. Nur unterschiedliche Ausdrucksformen.
Wenn Marken es schaffen, ihre Werte generationenübergreifend zu kommunizieren, entsteht etwas, das alle vereint: Vertrauen. Und Vertrauen ist, über alle Altersgrenzen hinweg, die stärkste Währung der Markenführung


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Jürgen Schönberger

Geschäftsführer Strategie

Jürgen Schönberger ist Geschäftsführer der INTEVI und verantwortet seit vielen Jahren die Bereiche Strategie und Kundenberatung. Er verbindet analytische Markenarbeit mit einem klaren Blick für gesellschaftliche Entwicklungen und entwickelt strategische Leitlinien, die Orientierung und Fokus schaffen. Er bewegt sich in einem Umfeld, das aktuell von deutlichen Markt- und Zielgruppenverschiebungen geprägt ist, wodurch sich neue Perspektiven auf Markenrelevanz, Verhalten und Wirkung eröffnen.


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